Ein Gartenhaus selber bauen ist gut möglich, wenn du mit einer klaren Planung anfängst und die Schritte in der richtigen Reihenfolge angehst. Mit etwas handwerklichem Geschick, dem passenden Material und einem guten Bauplan baust du ein stabiles Gartenhaus, das viele Jahre hält. In diesem Artikel erfährst du, wie du Schritt für Schritt vorgehst, welche Materialien du brauchst und worauf du achten solltest.
Zuerst: Planung und Baugenehmigung
Bevor du einen einzigen Nagel einschlägst, solltest du die Planung sorgfältig abschließen. Überlege, wie groß dein Gartenhaus werden soll, wo es im Garten stehen soll und wofür du es nutzen möchtest. Als Gerätelager reicht oft eine kleinere Fläche, als Aufenthaltsraum oder Hobbyraum brauchst du mehr Platz.
Sehr wichtig ist die Frage der Baugenehmigung. In den meisten deutschen Bundesländern gilt: Gartenhäuser bis zu einer bestimmten Größe und einem bestimmten umbauten Raum sind genehmigungsfrei. Die genauen Grenzen unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland, also informiere dich vorher bei deiner Gemeinde oder Baubehörde. Wer ohne Genehmigung baut und diese bräuchte, riskiert einen Abrissbefehl.
Außerdem brauchst du einen konkreten Bauplan. Du kannst diesen selbst zeichnen oder einen fertigen Bauplan kaufen. Fertige Baupläne gibt es zum Beispiel für Gartenhäuser in Holzrahmenbauweise oder im Fachwerkstil, in verschiedenen Grundrissen und Dachformen wie Satteldach, Schleppdach oder Walmdach.
Das richtige Material wählen
Die meisten Gartenhäuser werden aus Holz gebaut. Für die Grundkonstruktion in der Holzrahmenbauweise verwendet man meist Balken mit einer Stärke von 6×12 cm bis 6×16 cm. Beim Fachwerkhaus sind es üblicherweise stärkere Balken von 12×12 cm bis 16×16 cm. Das Holz sollte druckimprägniert oder mit einem Holzschutzanstrich behandelt sein, damit es gegen Feuchtigkeit und Schädlinge geschützt ist.
Für die Außenwände eignen sich Profilbretter oder Nut-und-Feder-Bretter. Das Dach deckt man häufig mit Dachpappe, Bitumenschindeln oder Dachziegeln. Für Türen und Fenster gibt es im Fachhandel vorgefertigte Elemente, die du einfach einbauen kannst.
Schritt für Schritt: Gartenhaus selber bauen
Wenn Planung und Material geklärt sind, geht es ans eigentliche Bauen. Die folgende Reihenfolge hat sich bewährt:
- Fundament setzen: Ein stabiles Fundament ist die Grundlage. Für kleinere Gartenhäuser reichen oft Punktfundamente aus Beton oder eine Fundamentplatte. Der Boden muss eben und tragfähig sein.
- Bodenrahmen aufbauen: Auf dem Fundament legst du den Bodenrahmen aus Balken. Dieser bildet die Basis für den Boden und die Wände. Achte darauf, dass der Rahmen waagerecht und rechtwinklig ist.
- Wände konstruieren: Die Wände baust du als Rahmen auf dem Boden vor und stellst sie dann auf. Beim Holzrahmenbau werden die Ständer gleichmäßig verteilt und mit Streben gesichert. Beim Fachwerk sorgen schräge Balken, die sogenannten Streben, für die Stabilität.
- Dachkonstruktion: Das Dach besteht aus einem Sparrengerüst, das du auf die Wände aufsetzt. Die Form des Dachs hast du bereits in der Planung festgelegt. Satteldach und Schleppdach sind für Einsteiger am einfachsten zu bauen.
- Dach eindecken: Über die Sparren kommt zunächst eine Schalung aus Brettern oder Platten, dann eine Unterspannbahn und schließlich das eigentliche Dachmaterial.
- Wände verkleiden: Die Außenwände verkleidest du mit den gewählten Brettern. Achte auf eine saubere Überlappung, damit kein Regenwasser eindringt.
- Türen und Fenster einbauen: Die vorbereiteten Öffnungen werden mit den vorgefertigten Elementen gefüllt und sorgfältig abgedichtet.
- Holzschutz auftragen: Zum Abschluss streichst du das gesamte Holz mit einem wetterfesten Holzschutz oder einem Lasurprodukt. Das verlängert die Lebensdauer deutlich.
Häufige Fehler vermeiden
Viele Hobbybauer unterschätzen die Bedeutung eines guten Fundaments. Ein schiefes oder zu schwaches Fundament führt dazu, dass sich das Gartenhaus mit der Zeit verzieht und Türen oder Fenster klemmen. Nimm dir für diesen Schritt genug Zeit.
Ein weiterer häufiger Fehler ist mangelnder Holzschutz. Unbehandeltes Holz zieht Feuchtigkeit an und beginnt zu faulen. Behandle alle Holzteile vor dem Aufbau und nach der Fertigstellung.
Auch die Entwässerung sollte von Anfang an mitgedacht werden. Stelle sicher, dass Regenwasser vom Dach weg und nicht in Richtung Fundament oder Wände fließt.
Ist es wirklich günstiger, selbst zu bauen?
Wer ein Gartenhaus selbst baut, spart vor allem die Lohnkosten. Du zahlst nur für Material und Werkzeug. Wie viel das insgesamt kostet, hängt stark von der Größe, der Bauweise und den verwendeten Materialien ab. Einen pauschalen Betrag zu nennen ist kaum möglich, aber du kannst durch Eigenleistung im Vergleich zu einem fertig gelieferten und aufgebauten Gartenhaus einen spürbaren Teil der Kosten einsparen.
Bedenke aber auch den Zeitaufwand. Ein Gartenhaus selber bauen dauert je nach Größe und Erfahrung mehrere Wochenenden. Plane lieber mehr Zeit ein als zu wenig.
Veelgestelde vragen
Brauche ich für ein Gartenhaus immer eine Baugenehmigung?
Nicht immer. In den meisten Bundesländern sind kleinere Gartenhäuser bis zu einer bestimmten Grundfläche und einem bestimmten Rauminhalt genehmigungsfrei. Da die Regelungen je nach Bundesland unterschiedlich sind, solltest du dich vor dem Bau bei deiner Gemeinde oder Baubehörde erkundigen.
Welche Dachform ist für Einsteiger am einfachsten zu bauen?
Das Schleppdach und das Satteldach gelten für Einsteiger als am einfachsten. Beide Formen sind in der Konstruktion übersichtlich und erfordern keine komplizierte Zimmermannsarbeit. Das Walmdach ist technisch anspruchsvoller und eignet sich eher für Erfahrenere.
Was ist der Unterschied zwischen Holzrahmenbau und Fachwerkbau?
Beim Holzrahmenbau sorgen Platten oder Beplankungen für die Steifigkeit der Wände. Beim Fachwerkbau übernehmen schräge Holzstreben diese Aufgabe. Beide Methoden sind für den Gartenhaus-Selbstbau geeignet. Der Fachwerkbau erfordert etwas mehr Genauigkeit beim Zuschnitt der Streben.
Wie schütze ich das Holz meines Gartenhauses dauerhaft?
Holz im Außenbereich sollte regelmäßig mit einer wetterfesten Holzschutzlasur oder einem Holzschutzanstrich behandelt werden. Besonders wichtig ist es, alle Holzteile vor dem Aufbau zu behandeln, insbesondere die unteren Bereiche, die am stärksten der Feuchtigkeit ausgesetzt sind. Eine erneute Behandlung alle paar Jahre verlängert die Lebensdauer erheblich.
